Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


Allgemeine Physiotherapie

Atemtherapie

Die Atemtherapie zählt bei der Friedreich´schen Ataxie wohl zu einer der wesentlichsten aller Therapien. Bedingt durch die Wirbelsäulendeformität kommt es zu Beweglichkeitseinbußen und der Thorax verliert an Elastizität. Auch die Hypotonie der Rumpfmuskulatur führt zu geringeren Atembewegungen und somit zu einer flacheren Atmung. In fortgeschrittenen Stadien, in denen es weitgehender Reduktion der Mobilität kommt, steigt zusätzlich die Pneumoniegefahr. Aus diesen Gesichtspunkten ergeben sich auch zwangsläufig die Indikationen zur Atemtherapie in den jeweiligen Krankheitsstadien. Die Therapie umfasst je nach Stadium die Verbesserung Thoraxmobilität, Atmungsvertiefung mittels Dehnstellungen und Packgriffen. Auch atemerleichternde Stellungen und Sekretmobilisation sind bei Bedarf Maßnahmen, die die Lebensqualität des Patienten im Augenblick verbessern.

Kreislauftraining

Das allgemeine Herz-Kreislauftraining kommt vor allem in den Phasen der teilweisen Immobilität zu tragen. Speziell in jenen Abschnitten der Erkrankung, wie zum Beispiel der Übergang vom gehfähigen zum rollstuhlfahrenden Patienten. Natürlich erfolgt so ein Übergang nicht in kürzester Zeit, jedoch kann man diese Phase als Vorbereitung und Schulung des Patienten sehr gut nutzen. Die Gestaltung eines Kreislauftrainings ist der Phantasie zugänglich. Ein wesentlicher Gesichtspunkt liegt in der Wahl des Ansatzpunktes, unter der Berücksichtigung der Aktivitäten und Funktionen des Patienten. Das heißt, dass alle auch noch so kleinen Aktivitäten, vor allem der unteren Extremität, die als erstes ihre Funktion verliert, sollten eingesetzt werden. Auch Hilfsmittel, wie zum Beispiel medikamentöse Unterstützung durch den Arzt oder auch Therapiegeräte wie Stehtisch oder Stehbett können erfolgreich miteinbezogen werden.

Kontrakturenprophylaxe

Die Kontrakturenprophylaxe spielt sicher eine wesentliche Rolle in der Erhaltung der Selbstständigkeit des Patienten. Auch die Aufklärung des Patienten dahingehend ist sinnvoll und sollte ihn auch dazu motivieren, selbst dazu etwas beizutragen. Gerade das Durchbewegen der Beine kann vom Patienten selbst sehr gut durchgeführt werden. Hauptaugenmerk liegt dabei in der Vermeidung, bzw. der Verzögerung der Entstehung eines Friedreich Fußes. Aber auch Kniegelenks- und Hüftgelenkskontrakturen können durch gezielte Lagerung vom Patienten übernommen werden. Natürlich übernimmt auch der Therapeut einen großen und wichtigen Teil in der Prophylaxe. Nicht nur das Arbeiten an einem Gelenk, sondern der funktionelle Einsatz im Alltag und da vor allem bei Bewegungsübergängen. Dabei sollte der Therapeut an die Kontrakturenprophylaxe denken.

Skoliosetherapie

Die Nebendiagnose Skoliose verändert sicherlich die Ausgangssituation für so manchen Therapieansatz. Sei es die Lagerung, die Rumpfstabilität oder auch die pulmonale Verfassung des Patienten - die Skoliose ist stets zu berücksichtigen. Nicht bei jedem Patienten und nicht in jedem Krankheitsstadium muss die Skoliose ein Problem darstellen. Es liegt in der Aufgabe des Therapeuten, abzuschätzen in wie weit man sie therapieren sollte, oder sie auch nützen sollte. Eine Skoliosetherapie nach Lehnert-Schroth stellt eine hohe Anforderung an den Patienten, die auch mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden ist. Auch die Fähigkeiten des Therapeuten sollten dementsprechend gut sein, da man die Grunderkrankung berücksichtigen muss. Auch das Miteinbeziehen der Atmung in der Skoliosetherapie hat natürlich einen positiven Effekt in punkto Thoraxmobilität.

Ergotherapie

In der Ergotherapie liegt ein wichtiger Gesichtspunkt in der Erhaltung der Selbstständigkeit. Vorrangig sind Anpassungen in der häuslichen Umgebung, vorausgesetzt diese sind notwendig. Erleichterungen, wie Umsetzhilfen für Bad und Toilette sind anzupassen und auf den Patienten abzustimmen. Ebenfalls die Tischhöhe für Arbeit und Essen ist anzugleichen. In den meisten Fällen werden höhere Tische bevorzugt, da sie die Rumpfstabilität über verbesserten Ellbogenstütz erhöhen. Zusätzliche Hilfen wie rutschfeste Unterlagen und verdickte Griffe für Schreibgerät und Essbesteck können dem Patienten eine Erleichterung bieten. Ergotherapeuten und Physiotherapeuten haben gemeinsam zu entscheiden, in wie weit man dem Patienten Kompensationsmechanismen lässt, oder nicht.

Logopädie

Die Logopädie kommt zu tragen bei Vorhandensein einer Dysarthrie. Abhängig von der Schwere und dem Hauptproblem kann man an der Phonation, der Lautstärke oder dem Redefluss arbeiten. Auch die Atmung spielt wiederum eine wesentliche Rolle im Zusammenhang mit der Dysarthrie.

fataxie/pt_allgemein.txt · Zuletzt geändert: 2014/03/20 19:18 von Bernhard