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Definition und Funktion von L-Carnitin

Carnitin ist ein vitaminähnlicher Wirkstoff, der im menschlichen (und tierischen) Organismus durch Mithilfe von Vitamin C, B6, B12, Niacin, Folsäure, Eisen sowie verschiedenen Enzymen synthetisiert wird. Ist dabei einer dieser Stoffe nicht in ausreichendem Maße vorhanden, kann die Synthese gestört sein. Carnitin wird aber auch aus der Nahrung, durch die Aufnahme der beiden essentiellen Aminosäuren Methionin und Lysin, erzeugt. Beide Aminosäuren bilden eine gemeinsame Eiweißverbindung, das so genannte L-Carnitin. Der Name dieser Eiweißverbindung, L-Carnitin, stammt aus dem Lateinischen und wird von dem Wort carnis (= lat. Fleisch) abgeleitet. Diese Namensgebung basiert auf der Tatsache, dass Methionin und Lysin hauptsächlich in fleischlicher Nahrung enthalten sind. L–Carnitin wird, ähnlich wie bei Vitaminen, im Falle eines Überschusses vom Körper ausgeschieden. Wie der Name schon sagt, wird Carnitin besonders beim Verzehr von Fleisch, besonders Lamm und Schwein, aber auch aus Fisch gewonnen. Auch in Gemüse- Obst- und Milchprodukten ist Carnitin enthalten, allerdings in wesentlich geringerem Maße. Ein Erwachsener nimmt im Rahmen seiner täglichen Ernährung durchschnittlich zwischen 100 und 300 Milligramm L-Carnitin auf. An Tagen, in denen der Mensch viel Fleisch konsumiert, kann der Gehalt auf etwa 1 g ansteigen. Wissenschaftlich belegt ist derzeit, dass das körpereigene Carnitin wesentlich an der Energiegewinnung aus Fettsäuren beteiligt ist. L–Carnitin spielt eine besondere Rolle beim Fettstoffwechsel. Damit die Mitochondrien zelluläre Energie erzeugen können (ß-Oxidation), benötigen sie als Substrat unter anderem freie Fettsäuren. Diese freien Fettsäuren sind aber nicht in den Mitochondrien enthalten, sondern sind in den Fettzellen (Adipocyten) in Form von Fetttröpfchen (Lipiddroplets) gespeichert. Um in den Mitochondrien verarbeitet werden zu können, müssen die Fettsäuren also aus den Tröpfchen gelöst, und zu den Mitochondrien der benötigten Zellen transportiert werden. Diesen Transport übernimmt unter anderem auch das L–Carnitin. Es heftet sich an die Fettsäuren an und schleust diese, insbesondere auch langkettige Fettsäuren, die die Zellwand der Mitochondrien alleine nicht passieren können, in die Mitochondrien hinein. L–Carnitin ist in gewisser Weise in jeder Körperzelle vorhanden. Liegt ein Mangel an L–Carnitin vor, so werden weniger freie Fettsäuren in die Mitochondrien transportiert, so dass weniger Energie umgesetzt werden kann. Neben dieser „Transportfunktion“ bei der Fettverbrennung ist L–Carnitin auch an vielen weiteren biochemischen Prozessen des Organismus, entweder in direkter oder indirekter Weise, beteiligt. Zum Beispiel kann eine ärztlich verordnete Dosis an L–Carnitin eine Verbesserung der Blutfettwerte bewirken, und sich somit auf bestehende Herzkrankheiten günstig auswirken.

fataxie/l-carnitin.txt · Zuletzt geändert: 2014/03/22 19:42 von Bernhard