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Definition und Funktion von Kreatin

Kreatin ist eine natürliche, im Körper vorkommende Substanz, die am Energiestoffwechsel und bei muskulären Bewegungsabläufen beteiligt ist. Kreatin ist für den menschlichen Körper ebenso wichtig wie Proteine, Fette, Vitamine und Mineralien. Den Namen Kreatin erhielt dieser Inhaltsstoff nach dem griechischen Wort „kreas“ für Fleisch. Kreatin ist ein diätetisches Lebensmittel und wird als Nahrungsergänzungsmittel im Bereich des Hochleistungssports, sowie als Substrat in der Grundlagenforschung, bereits seit vielen Jahren eingesetzt. Inzwischen wird die Nahrungsergänzung mit Kreatin auch als Hilfstherapie in vielen Gebieten der Medizin verwendet und erforscht. Kreatin ist vorwiegend in Geweben und Zellen mit hohem und z.T. stark fluktuierendem Energieumsatz lokalisiert worden, wie z.B. in der Skelett- und Herz-Muskulatur, im Gehirn, in der Netzhaut des Auges, aber auch in der glatten Muskulatur, im wachsenden Knochen und Knorpel sowie in Immunzellen. Sogar in der Muttermilch kommt Kreatin in einer relativ hohen Konzentration vor. Dies unterstreicht die Unbedenklichkeit einer Nahrungsergänzung mit Kreatin, sowie dessen große Bedeutung für den Stoffwechsel im menschlichen Körper.

Der tägliche Verbrauch ist individuell sehr unterschiedlich und hängt vom Körpergewicht, und von der körperlichen und geistigen Belastbarkeit ab. Während 1-2 g Kreatin täglich durch die körpereigene Synthese gebildet werden können, muss der restliche tägliche Bedarf (von ca. 2-5 g) über die Nahrung aufgenommen werden. Kreatin ist hauptsächlich in tierischen Produkten wie Fleisch und Fisch vorhanden. Um 5g Kreatin aufzunehmen, müsste ca. 1kg rohes Fleisch gegessen werden. Durch Braten, insbesondere durch längeres Kochen geht ein erheblicher Teil des Kreatins verloren. Besonders bei unausgewogener Ernährung (fleischreduziert, Diät) kann die Aufrechterhaltung des Kreatinhaushaltes beeinträchtigt sein.

Adenosintriphosphat – „der“ Energiedonator

Alle energetischen Vorgänge im Körper werden durch den universellen Energieträger ATP (Adenosin-Tri-Phosphat) ermöglicht. Dabei erfolgt eine biochemische Reaktion die reversibel ist, also dem Energieverbrauch, und der Energiegewinnung dienen kann. Abbildung: (A) Strukturformel und (B) Schalenmodell des Moleküls Adenosin-3-Phosphat.

Der Energieverbrauch, der durch die Abspaltung des 3. Phosphatrestes vom ATP entsteht, sieht vereinfacht dargestellt so aus:

1. ATP - P → ADP

 (AdenosinTriPhosphat) - (Phosphatrest) -> (AdenosinDiPhosphat)

Die dabei entstehende Energie dient u.a. der Muskelkontraktion, vorwiegend der Skelett- und Herzmuskulatur, den Verarbeitungsvorgängen im Gehirn, dem Knochen- und Knorpelwachstum, dem Fressprozess der Immunzellen zur Abwehr von Krankheitserregern.

Der reversible Prozess zur Energiezurückgewinnung verläuft genau umgekehrt, wobei das 3. Phosphatmolekül von Phosphokreatin zur Verfügung gestellt werden kann:

2. ADP + P-Kreatin → ATP Kreatin

 (Adenosin Di Phosphat) + (Phospho-Kreatin) -> (Adenosin Tri Phosphat)

Kreatin gilt als Grundstoff, aus dem der Körper den universellen Energie-Puffer Phosphokreatin (P-Kreatin) herstellt. Der Körper synthetisiert dabei, mit Hilfe des Enzyms KreatinKinase (CK), das Phosphokreatin (P-Kreatin). Phospho-Kreatin verbleibt in den Körperzellen am Ort der Wirkung als eine Art Enegie-Puffer.

fataxie/kreatin.txt · Zuletzt geändert: 2014/03/22 19:59 von Bernhard